Alle Artikel mit dem Schlagwort: Buchtipps

Schauplatz Prag: „Aprilregen“ von Annelies Schwarz

Jakub, ein Roma-Junge aus der Slowakei ist der Held des Jugendromans der renommierten Kinderbuchautorin und Pädagogin Annelies Schwarz, der letztes Jahr im österreichischen Obelisk-Verlag erschienen ist. Das Buch war gerade auf der Auswahlliste zum Glauser Preis 2020 in der Sparte Kinderkrimi. Der 11jährige Jakub lebt mit seiner Großmutter in einem slowakischen Dorf. Die Ereignisse überschlagen sich, als die Großmutter ins Krankenhaus muss und der Junge einen Aushilfsjob bei einem entfernten Verwandten annimmt. Doch anstelle in einer Gärtnerei landet er im fernen Prag und soll als Mitglied einer Bande von jugendlichen Taschendieben die reichen Touristen ausnehmen. Wie kann Jakub dieser furchtbaren Situation entkommen und wie findet er wieder nach Hause zurück? Das geht natürlich nur mit Hilfe von Menschen, die sich nicht von ihren Vorurteilen leiten lassen und die den Mut haben, auch ungewöhnliche Wege zu gehen. Dass die Schriftstellerin ihre Geschichte gründlich recherchiert hat und sich in die Psyche der kindlichen Protagonisten hineinversetzen kann, sind die zentralen Stärken dieses Buches. Die Autorin zeichnet ein Bild der tschechischen Realität abseits der touristischen Hochglanzprospekte, eines, das für …

„Mein Weg zu unseren Deutschen“ – noch ein Buchtipp

Zehn tschechische Perspektiven versammelt das kleine Büchlein, das von Wolfgang Schwarz, dem Kulturreferenten für die Böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein, herausgegeben wurde. Mit „unsere Deutschen“ sind aus tschechischer Sicht die Sudetendeutschen gemeint, die auch heute noch und vielleicht wieder eine wichtige Rolle im Selbstverständnis Tschechiens in Europa spielen. Tschechinnen und Tschechen verschiedener Generationen, ob in der Literatur, der Politik oder Geschichtsforschung zu Hause, beschreiben ihre ganz persönliche Sichtweise auf das deutsch-tschechische Verhältnis. Das lesenswerte Werk ist vor Kurzem in der edition lichtung erschienen und wird auch bei der „Viechtacher Literaturrevue“ am 25. Oktober 2019 präsentiert.

„Tschechien“ – ein Buchtipp

In der ersten Auflage 2006 noch als „Nachbarschaftskunde für Deutsche“ untertitelt (was mir tatsächlich besser gefällt), hat das Buch des Journalisten Hans-Jörg Schmidt inzwischen die vierte Auflage erreicht und wurde natürlich auch aktualisiert. Wir durften den Autor, der seit 30 Jahren in Tschechien lebt und von dort aus berichtet, nun persönlich erleben. So kurzweilig und zugleich kenntnisreich kann aus deutscher Perspektive wohl kaum jemand über Land und Leute  schreiben. Wer sich auch für die Hintergründe im Nachbarland interessiert, kommt an diesem Titel nicht vorbei. Da es, wie viele gute Bücher, nur selten in Buchhandlungen herumsteht, am besten beim Ch. Links Verlag bestellen…

„Begegnungen – setkáni“ in Viechtach

Wer derzeit durch die zauberhafte Bayerwaldstadt Viechtach schlendert, kann noch bis zum 6. Oktober eine Art deutsch-tschechische Freiluftgalerie genießen. In der ganzen Innenstadt finden sich großformatige Fotografien aus dem grenzüberschreitenden Projekt Setkání – Begegnungen Es gibt einen Info-Flyer zur Ausstellung sowie einen tollen Bildband „Einen Moment bitte! Oder zwei?  mit Texten und Fotografien von Johannes M. Haslinger, Herbert Pöhnl und Bernhard Setzwein im Pustet Verlag. Wohin verschwinden die Grenzen? Der Untertitel des Bildbandes kann auch als Motto der Ausstellung gelten. Nach dem höchst amüsanten und erhellenden Rundgang ist jedenfalls klar: Viechtach ist schon lange im Herzen Europas angekommen. Zonenrandgebiet war im letzten Jahrtausend.